Vom Rapid Prototyping zum Rapid Manufacturing
mehr als eine Vision beim Internationalen Anwendertreffen von EOS
Das diesjährige Internationale Anwendertreffen vom 17. – 19. Mai auf Schloss Elmau nahe Garmisch-
Partenkirchen fand großen Anklang. Teilgenommen haben Vertreter von über 50 Firmen aus zwölf
verschiedenen Ländern in Europa und Asien. Die Veranstaltung bot einen ausgewogenen Mix an
Gastvorträgen aus den unterschiedlichsten Sparten sowie verschiedenen EOS Präsentationen und vor
allem Workshops. Die Kunden nutzten die Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen und
Anwendungen in allen drei EOSINT Technologien zu informieren und eigene Ideen und Erfahrungen
auszutauschen. Zu den Gastreferenten gehörten unter anderem Professor Philip Dickens, Gründer und
Leiter des Rapid Manufacturing Consortiums der De Montfort Universität in Leicester und anerkannter
Rapid Prototyping Experte, sowie Vertreter der Rapid Prototyping Zentren der Volvo Car Corporation und
des Unternehmens Bosch und Siemens Hausgeräte. Die Vorträge sowie die vielfältigen
Anwendungsbeispiele, die von den erfahrenen Dienstleistungsbüros vorgestellt wurden, haben gezeigt,
dass die Laser-Sinter-Technologien auf dem besten Weg sind, die Vision „Vom Rapid Prototyping zum
Rapid Manufacturing“ wahr werden zu lassen.
Das Direkte Metall-Laser-Sintern etabliert sich als industrieller Prozess
Das Direkte Metall-Laser-Sintern (DMLS) hat sich inzwischen als industrieller Prozess etabliert, der beim
End-Anwender und zunehmend im Werkzeugbau Akzeptanz findet. Weltweit sind in mehr als 15 Ländern
über 50 EOSINT M Systeme installiert. Vor allem die DirectTool(TM)Anwendung setzt sich auf
internationaler Ebene durch. Die Einführung eines stahlbasierten Werkstoffes letztes Jahr hat neue
Anwendungsfelder eröffnet. So wurden bereits in mehreren Projekten per DMLS gefertigte
Werkzeugeinsätze für den Druckguss von Metallteilen aus Zink, Magnesium oder Aluminium verwendet.
Außerdem wurde die DMLS Technologie bereits erfolgreich zur direkten Erzeugung von metallischen
Funktionsprototypen eingesetzt, eine Anwendung, die DirectPart(TM) heisst und der Forderung nach
Spare parts on demand einen großen Schritt näher kommt.
So sollten die Volvo Car Corporation und Rapid Product Innovations in einem gemeinsamen Projekt so
bald wie möglich voll funktionsfähige Metallprototypen für ein PKW-Zahnriemenrad liefern. Der Auftrag
konnte durch Einsatz der DirectPart(TM) Anwendung der DMLS Technologie innerhalb eines Tages nach
Erhalt der CAD-Daten ausgeführt werden. Auf einer EOSINT M Anlage wurde der stahlbasierte
Werkstoff DirectSteel 50-V1 direkt per Laser innerhalb von wenigen Stunden zum voll funktionsfähigen
Prototypen gesintert, der sich für die erforderlichen Fahrtests verwenden ließ.
Die Hauptanwendung der DMLS Technologie ist jedoch nach wie vor die direkte Erzeugung von
Werkzeugeinsätzen (DirectTool(TM)) für den Spritzguss:
Die Claho Engineering GmbH baute die Einsätze für die Abdeckkappe eines Bohrhammers direkt aus dem
stahlbasierten Pulver DirectSteel 50-V1 auf. Nach einem Oberflächenfinish und dem Einpassen der
Einsätze in das Stammwerkzeug wurden damit serienidentische Spritzgussteile aus Polyamid gefertigt.
Auf konventionellem Weg hätte die Herstellung dieser Kleinserie etwa ein Drittel mehr Zeit und
beträchtlich mehr Kosten erfordert.
Die neue EOSINT P 360 zeigt sich produktiv
Auch die neue EOSINT P 360 mit der vergrößerten Bauhöhe bis 620 mm und 30 % mehr Produktivität
hat sich seit Einführung Ende des letzten Jahres erfolgreich durchgesetzt. Es besteht eine große
Nachfrage, sowohl nach neuen Systemen als auch von Seiten der bestehenden Kunden, die ihre Anlagen
mit den Upgrades auf den neuesten Stand der Technik aufrüsten.
Nach 5 Monaten zieht Wilhelm Mühlthaler, Leiter Modellbau bei Bosch und Siemens Hausgeräte,
folgende Zwischenbilanz:
Wir sind mit der EOSINT P 360 rundherum zufrieden. Sowohl unsere hausinternen Kunden als auch die
Abnehmer in unseren Schwesterwerken und Tochterunternehmen bei Gaggenau und Neff sind von den
gelieferten Ergebnissen begeistert.
Bei Jaguar macht die EOSINT P 360 das Rennen
Die ersten Systeme der neuen EOSINT P 360 in Großbritannien hat der renommierte Automobilhersteller
Jaguar – ein weiteres Unternehmen der internationalen Ford Gruppe - erstanden. Bei einem Besuch im
Rapid Prototyping Democenter des englischen EOS Distributors, HK Technologies in Rugby konnte sich
Mark Barrington, Leiter des Bereichs Prototypenbau bei Jaguar, von der Qualität und Leistungsfähigkeit
der EOSINT Technologien überzeugen. Nach weiterer Recherche und Besuchen bei EOS und deren
Kunden in Deutschland entschied sich Jaguar schließlich für die EOSINT P Technologie.
Ausschlaggebend war die Möglichkeit, Kunststoffteile direkt zu fertigen. Da man im Hause Jaguar
künftig sowohl Polyamid-Werkstoffe als auch Polystyrol-Werkstoffe verwenden, jedoch keine wertvolle
Zeit fürs Umrüsten verlieren möchte, entschied sich das Unternehmen für den Kauf von zwei EOSINT P
360 Systemen. Eins zur direkten Erzeugung von Funktionsprototypen aus Polyamid und das zweite zur
direkten Erzeugung von Polytyrolmodellen für den Feinguss von Metallteilen. Durch die Nutzung der
vollen Maschinenkapazität beider Systeme verspricht sich Jaguar einen deutlichen
Wettbewerbsvorsprung.
Neuer Werkstoff für EOSINT S
Nach einer umfassenden Betatestphase ist der neue Formstoff EOSINT S quartz 4.2 für die
werkzeuglose Herstellung von Formen und Kernen für den Sandguss auf EOSINT S Laser-Sinter-
Systemen in Kürze kommerziell erhältlich. Der neue Werkstoff EOSINT S quartz 4.2 bietet glatte
Oberflächen und einen optimierten Kernzerfall und eignet sich insbesondere für filigrane Geometrien bei
Hydraulik- und Motorenteilen.
Neue Generation der Kunststoff-Laser-Sinter-Systeme bei Betakunden
Die erste Vorserienmaschine des Typs EOSINT P 700 mit Doppellaser beim langjährigen Kunden
Modellbau Bubeck läuft bereits – wie die restlichen drei Laser-Sinter-Systeme des Unternehmens – 24
Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Wie erwartet, macht sich der große Bauraum beim Herstellen von
Polystyrolmodellen für die kostengünstige und schnelle Fertigung von hochwertigen Feingussteilen
bezahlt. Wertvolle Zeit lässt sich dadurch bei der Datenvorbereitung und beim späteren Zusammenfügen
der einzelnen Teile einsparen. Die zweite EOSINT P 700 Anlage für die direkte Erzeugung von
Polystyrolmodellen wurde beim langjährigen EOS Kunden Alphaform installiert.
Die ersten EOSINT P 700 Vorseriensysteme zur direkten Erzeugung von Funktionsprototypen aus
Polyamid werden an Hofmann Modellbau und FKM Sintertechnik ausgeliefert.
Basierend auf die sehr positiven Rückmeldungen dieser Kunden, kann die Produkteinführung wie geplant
zur Euromold 2000 in Frankfurt erfolgen.
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